LTL-Transporte nach Osteuropa: Wann Teilpartien gegenüber Komplettladungen sinnvoll sind
Nicht jede
Lieferung nach Osteuropa erfordert einen vollnutzenden Lkw. Gerade bei kleineren und mittleren Sendungen können LTL-Transporte eine wirtschaftliche Alternative zur Komplettladung darstellen. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Menge der Ware. Liefertermin, Strecke, Umschlag, Warenart und Flexibilität spielen bei der Wahl zwischen LTL und FTL eine ebenso wichtige Rolle.
Für Unternehmen stellt sich deshalb vor jeder Sendung die Frage: Wann lohnt sich eine Teilpartie und wann ist ein eigener Lkw die bessere Lösung?
Was bedeutet LTL-Transport?
LTL steht für „
Less than Truck Load“. Bei einer Teilpartie belegt die Sendung nur einen Teil der verfügbaren Ladefläche beziehungsweise der Nutzlast eines Lkw. Der verbleibende Platz wird für weitere Sendungen genutzt.
Dadurch werden die Transportkosten auf mehrere Auftraggeber verteilt. Besonders bei einigen Paletten, einzelnen Maschinen, kleineren Produktionschargen oder regelmäßigem Warenversand kann das deutlich wirtschaftlicher sein als einen kompletten Lkw zu buchen.
Bei einem FTL-Transport („Full Truck Load“) steht in der Regel das gesamte Fahrzeug für eine Sendung oder einen Auftraggeber zur Verfügung.
Wann lohnt sich eine Teilreise nach Osteuropa?
LTL ist besonders interessant, wenn das Transportvolumen für einen kompletten Lkw zu gering ist und keine extrem kurze Laufzeit erforderlich ist.
Ein Unternehmen muss beispielsweise sechs oder acht Paletten von Deutschland nach Rumänien transportieren. Ein kompletter Sattelzug wäre technisch möglich, wirtschaftlich jedoch häufig nicht sinnvoll. Werden die Paletten als Teilpartie mit weiteren Sendungen kombiniert, kann die vorhandene Ladefläche wesentlich effizienter genutzt werden. Das gleiche Prinzip gilt für Transporte nach Polen, Tschechien, in die Slowakei, nach Ungarn, Bulgarien, Slowenien oder ins Baltikum.
Auch bei regelmäßigen Lieferungen kann LTL sinnvoll sein. Statt größerer Warenmengen zu sammeln und anschließend einen kompletten Lkw zu versenden, können kleinere Mengen bedarfsgerecht auf mehrere Transporte verteilt werden.
LTL ist nicht automatisch Sammelgut
Teilpartie und klassisches Sammelgut werden häufig gleichgesetzt. In der Praxis gibt es jedoch Unterschiede. Beim klassischen Sammelgut durchläuft eine Sendung häufig mehrere Terminals oder Umschlagpunkte. Teilpartien können dagegen je nach Strecke und Transportkonzept mit deutlich weniger Umschlägen oder sogar direkt vom Absender zum Empfänger befördert werden.
Das kann insbesondere bei Maschinen, empfindlichen Produkten oder größeren Einzelpositionen interessant sein. Deshalb sollte bei einer Transportanfrage nicht nur nach dem günstigsten Preis gefragt werden. Ebenso wichtig ist zu wissen, wie die konkrete Beförderung organisiert wird und ob und wie oft die Ware umgeladen wird.
Wann ist FTL die bessere Wahl?
Mit zunehmendem Volumen verringert sich der Kostenvorteil einer Teilpartie. Ab einem bestimmten Punkt kann ein kompletter Lkw wirtschaftlicher und operativ sinnvoller sein.
FTL bietet außerdem Vorteile, wenn ein fester Liefertermin eingehalten werden muss oder die Ware besonders empfindlich, hochwertig oder schwer zu kombinieren ist. Ein weiterer Vorteil ist die direkte Beförderung. Der Lkw wird beim Absender beladen und fährt anschließend zum vereinbarten Empfänger. Zusätzliche Be- und Entladestellen für andere Sendungen entfallen. Auch bei ADR-Waren, temperaturgeführten Produkten, übergroßen Gütern oder Waren mit besonderen Anforderungen muss individuell geprüft werden, ob eine Kombination mit anderen Ladungen möglich und sinnvoll ist.
Laufzeit oder Transportkosten?
Bei der Entscheidung zwischen LTL und FTL stehen häufig zwei Faktoren im Konflikt: Preis und Zeit.
Eine Teilpartie kann günstiger sein, benötigt jedoch unter Umständen aufgrund zusätzlicher Lade- und Entladestellen mehr Zeit. Ein Direkttransport als FTL- oder Expressfahrt ist dagegen meist schneller, verursacht bei geringer Auslastung jedoch höhere Kosten. Unternehmen sollten deshalb bereits bei der Anfrage angeben, wann die Ware beim Empfänger eintreffen muss. Nicht jede Sendung benötigt die schnellstmögliche Zustellung. Besteht ein realistisches Zeitfenster von mehreren Tagen, ergeben sich wesentlich mehr Möglichkeiten, eine Teilpartie sinnvoll mit anderen Transporten zu kombinieren.
LTL oder FTL? Eine praktische Entscheidungshilfe
Eine feste Grenze, ab der sich eine Komplettladung automatisch lohnt, gibt es nicht. Fahrzeugtyp, Gewicht, Lademeter, Strecke und aktuelle Kapazitäten beeinflussen den Preis. Für eine erste Einschätzung können Unternehmen jedoch folgende Kriterien nutzen:
| Situation |
LTL / Teilpartie |
FTL / Komplettladung |
| Wenige Paletten oder kleinere Sendung |
✓ |
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| Lkw würde nur teilweise ausgelastet |
✓ |
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| Liefertermin ist flexibel |
✓ |
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| Kostenoptimierung steht im Vordergrund |
✓ |
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| Regelmäßige kleinere Liefermengen |
✓ |
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| Ware lässt sich mit anderen Sendungen kombinieren |
✓ |
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| Größere Warenmenge bzw. hoher Laderaumbedarf |
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✓ |
| Sehr enger oder fixer Liefertermin |
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✓ |
| Direkte Beförderung gewünscht |
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✓ |
| Zusätzliche Be- und Entladestellen sollen vermieden werden |
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✓ |
| Besonders empfindliche oder hochwertige Ware |
individuell |
✓ |
| ADR-, temperaturgeführte oder spezielle Ware |
individuell |
individuell |
Ein einfaches Praxisbeispiel: Müssen fünf Paletten von Berlin nach Bratislava transportiert werden und kann die Zustellung innerhalb eines vereinbarten Zeitfensters erfolgen, spricht vieles für eine Teilpartie. Werden dagegen 28 Paletten benötigt, ist ein kompletter Lkw häufig die sinnvollere Lösung.
Dazwischen gibt es einen Bereich, in dem beide Varianten interessant sein können. Bei beispielsweise 12 bis 18 Paletten kann eine Teilpartie auf einer gut bedienten Strecke weiterhin attraktiv sein. Abhängig von Gewicht, benötigten Lademeilen, Termin und verfügbaren Fahrzeugen kann eine FTL-Lösung jedoch bereits wirtschaftlicher sein. Deshalb sollte die Anzahl der Paletten nicht allein als Entscheidungsgrund dienen. Eine leichte, stapelbare Sendung benötigt wesentlich weniger Kapazität als nicht stapelbare Paletten oder sperrige Maschinen mit demselben Gewicht.
Faustregel: Je kleiner und zeitlich flexibler die Sendung, desto interessanter wird LTL. Je größer, dringender oder anspruchsvoller die Ladung ist, desto eher lohnt sich FTL.
Besonderheiten bei Nicht-EU-Ländern in Osteuropa
Bei Transporten innerhalb der Europäischen Union ist die Abwicklung vergleichsweise unkompliziert. Bei Lieferungen in Nicht-EU-Länder wie Moldau, Serbien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Montenegro, Kosovo oder der Ukraine kommen dagegen Zoll- und gegebenenfalls Transitverfahren hinzu. Das beeinflusst auch die Planung einer Teilpartie.
Werden mehrere Sendungen mit unterschiedlichen Empfängern und Zollverfahren auf einem Fahrzeug kombiniert, müssen Dokumente, Zollstellen und die Reihenfolge der Entladungen aufeinander abgestimmt werden.
Eine gute LTL-Planung besteht deshalb nicht nur darin, freie Lademeter auf einem Lkw zu finden. Route, Zollabwicklung und Terminplanung müssen aufeinander abgestimmt sein.
Welche Angaben benötigt die Spedition?
Je genauer eine Transportanfrage gestellt wird, desto besser lässt sich beurteilen, ob LTL, FTL oder eine andere Transportlösung sinnvoll ist.
Wichtig sind insbesondere:
- Lade- und Entladeort
- Anzahl und Art der Packstücke
- Abmessungen und Gewicht
- Stapelbarkeit der Ware
- Warenbeschreibung
- gewünschter Lade- und Liefertermin
- besondere Anforderungen, beispielsweise ADR oder Temperaturführung
Bei Exporten in Nicht-EU-Länder können zusätzlich die Zolltarifnummer sowie Angaben zur Zollabwicklung erforderlich sein.
LTL-Transporte mit MARTIN Internationale Spedition
MARTIN Internationale Spedition GmbH organisiert Teil- und Komplettladungen zwischen Deutschland, Westeuropa und zahlreichen Ländern Osteuropas.
Dazu gehören unter anderem Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien und die baltischen Staaten sowie Transporte in die Ukraine, nach Moldau und in weitere Länder außerhalb der Europäischen Union.
Je nach Sendungsgröße, Strecke und gewünschter Laufzeit prüfen wir, ob eine Teilpartie, eine Komplettladung oder eine Direktfahrt die passende Transportlösung ist.
Dabei berücksichtigen wir nicht nur den verfügbaren Laderaum, sondern auch die Laufzeit, mögliche Umschläge, die Zollabwicklung sowie die Anforderungen der jeweiligen Ware.