Georgien und die Türkei führen elektronische Genehmigungen für den internationalen Straßengüterverkehr ein
 
Wer regelmäßig zwischen Georgien und der Türkei transportiert, kennt den bürokratischen Aufwand, der mit grenzüberschreitenden Transporten verbunden ist. Papiergenehmigungen, manuelle Kontrollen, administrative Verzögerungen. Das ändert sich jetzt.
 
Georgien und die Türkei arbeiten gemeinsam an einem System für den digitalen Austausch von Einreisegenehmigungen im internationalen Straßengüterverkehr. Statt wie bisher Papierformulare auszustellen, sollen Transportunternehmen ihre Genehmigungen künftig vollständig elektronisch beantragen und erhalten. Beide Länder nutzen dabei eine gemeinsame digitale Plattform, die einen schnellen und sicheren Datenaustausch zwischen den zuständigen Behörden ermöglicht.
 
 
Was sich konkret ändert
 
Bisher wurden Genehmigungen für internationale Fahrten zwischen Georgien und der Türkei als Papierdokumente ausgestellt, ausgetauscht und an der Grenze vorgelegt. Das neue System digitalisiert diesen Prozess vollständig. Genehmigungen werden elektronisch beantragt, ausgestellt und in einem gemeinsamen System hinterlegt, auf das die Grenzbehörden beider Länder direkt zugreifen können.
 
Das hat praktische Konsequenzen für den Transportalltag. Die Bearbeitungszeit für Genehmigungen verkürzt sich. Fehler durch manuelle Dateneingabe oder unleserliche Dokumente werden reduziert. Und die Grenzkontrolle kann schneller ablaufen, weil alle relevanten Informationen bereits digital vorliegen und nicht vor Ort geprüft werden müssen.
 
 
ECMT als bestehende Grundlage
 
Das Vorhaben steht nicht isoliert da. Georgien hat bereits das ECMT-System eingeführt, das Mehrländergenehmigungen für den internationalen Straßengüterverkehr auf Grundlage der Europäischen Konferenz der Verkehrsminister ermöglicht. ECMT-Genehmigungen erlauben Transportunternehmern, Fahrten zwischen mehreren Mitgliedstaaten durchzuführen, ohne für jede einzelne Strecke eine separate bilaterale Genehmigung beantragen zu müssen. Das spart Zeit und Kosten.
 
Die Digitalisierung des bilateralen Genehmigungsaustauschs mit der Türkei ist nun der nächste konsequente Schritt in diese Richtung. Nach Angaben der georgischen Transportbehörde soll die Umstellung auf digitale Genehmigungssysteme in Zusammenarbeit mit weiteren Partnerländern schrittweise erfolgen.
 
 
Was das für die Transportplanung bedeutet
 
Für Transportunternehmen, die regelmäßig auf der Route Georgien-Türkei oder durch Georgien in Richtung Türkei und weiter unterwegs sind, ist das eine relevante Entwicklung. Kürzere Bearbeitungszeiten bei Genehmigungen bedeuten mehr Planungssicherheit. Weniger administrative Hürden bedeuten weniger Standzeiten. Und eine transparentere digitale Verwaltung bedeutet, dass der Genehmigungsstatus jederzeit nachvollziehbar ist.
 
Gleichzeitig bedeutet der Übergang zu einem neuen System immer auch eine Übergangsphase, in der bestehende Abläufe angepasst werden müssen. Wer auf dieser Route aktiv ist, sollte die Entwicklung im Blick behalten und sich frühzeitig über die neuen Anforderungen informieren.
 
 
Unsere Einschätzung
 
Die Digitalisierung von Genehmigungsprozessen im internationalen Straßengüterverkehr ist längst überfällig. Papiergenehmigungen, die physisch ausgehändigt, transportiert und an der Grenze manuell geprüft werden, sind ein Relikt aus einer Zeit vor der Vernetzung. Dass Georgien hier aktiv vorangeht und bilaterale digitale Systeme mit wichtigen Handelspartnern aufbaut, ist ein positives Signal für die gesamte Region.
 
Der Kaukasuskorridor gewinnt als Transitroute zwischen Europa und Zentralasien an Bedeutung. Effizientere Genehmigungsprozesse sind Teil der Infrastruktur, die diesen Korridor attraktiver macht.
 
Wir verfolgen diese Entwicklungen aufmerksam, weil sie direkte Auswirkungen auf unsere Transportplanung entlang dieser Routen haben. Wer Fragen zu aktuellen Genehmigungsanforderungen für Transporte in den Kaukasus oder durch Georgien hat, kann sich jederzeit bei uns melden.
 
Alfred Martin
Über den Autor Alfred Martin Strategic Logistics Advisor

Über 25 Jahre Erfahrung in internationaler Logistik, Straßentransport und Luftfracht bei der MARTIN Internationale Spedition GmbH.

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